Bericht über Belagerung vom 5.12

Am 5.12 fand die vom Antifaschistischen Aktionsbündins Nürnberg vorbereitete Belagerung des Naziladens Tönsberg [Dr. Kurt-Schumacherstr. 8] in Nürnberg statt. Dem Aufruf sich aktiv an der Belagerung zu beteiligen folgten rund 450 AntifaschistInnen. Ziel der Belagerung, die im Rahmen des Aktionsmonats gegen den Naziladen stattfand, war, dass kein einziger Nazi den Laden betreten kann und so Thor Steinar das Weihnachtsgeschäft vermiest wird.

Ab 10.30 Uhr verteilten AktivistInnen in der, dank des Christkindls Marktes, gut besuchten Nürnberger Innenstadt Infomaterial über den Naziladen Tönsberg und die geplanten Gegenaktionen. Um 12.00 Uhr versammelten sich an beiden Enden der Dr. Kurt-Schumacherstr. AntifaschistInnen. Die Polizei sperrte weiträumig den Tönsberg ab, sodass ein befahren der Straße unmöglich war. Der Gehsteig jedoch wurde für PassantInnen offen gehalten.
Von Anfang an gab es lautstarken Protest gegen den Laden und seine potentiellen KundInnen. An beiden Kundgebungen hielt das Kulturelle Rahmenprogramm die BelagererInnen trotz kalten Wetters bei guter Laune. Unter anderem traten der Liedermacher Gymick, die Hip Hop Crew Microphone Mafia und die DJ`s der Normal ist Woanders Crew auf.

Die Polizei war mit geschätzten 150 BeamtInnen Vorort, um den Laden und seine KundInnen zu schützen. Dabei Provozierte sie im Verlaufe der Belagerung mehrmals deren TeilnehmerInnen, blieb aber für bayrische Verhältnisse relativ zurückhaltend.

Leider gelang es ca. 10 Nazis unter massiven Schutz der Polizei den Naziladen zu betreten. Diese mussten unter anderem vor Flaschenwürfen geschützt werden. Um den Nazis einen sicheren Abgang zu gewährleisten, wurden sie in Bullenwannen vom Ort des Geschehens entfernt. Zu einer obskuren Begebenheit kam es in der Shopingmeile Breitegasse, als aktive AntifaschistInnen zwei Personen in Thor Steinar Klamotten verfolgten. Diese gaben sich jedoch als Zivilpolizisten zu erkennen und mussten zu Ihrem eigenen Schutz Hilfe bei ihren KollegInnen vom USK anfordern.

Als Fazit ist zu ziehen, dass es eine kraftvolle und Lautstarke Aktion war. Einer breiten Öffentlichkeit konnte vermittelt werden, dass es sich bei dem augenscheinlichen Outdoor Geschäft um einen Naziladen handelt. Leider konnte nicht verhindert werden das vereinzelt Nazis den Laden besuchen konnten. Dies ist vermutlich auf die geringe TeinehmerInnenzahl an der Belagerung zurückzuführen.

Doch der Aktionsmonat ist noch nicht vorbei. Am nächsten Samstag (12.12.2009) ist eine Veranstaltung mit dem Zeitzeugen Ernst Grube geplant, und natürlich soll wider verhindert werden, dass Nazis den Laden betreten können. Für den 19.12 steht die Aktion gegen den Tönsberg unter dem Motto „Freiräume statt Naziläden“. Im Anschluss daran werden wir gemeinsam versuchen die in Fürth von den Freien Nationalisten Nürnberg angemeldete Kundgebung zu Blockieren. Wir rufen daher auf sich zahlreich an den weiteren Aktionen zu beteiligen, um Tönsberg das Weihnachtsgeschäft zu vermiesen und die von Nazis geplante Kundgebung in Fürth zu verhindern.

Erstveröffentlichung auf de.indymedia.org